Ich unterrichte den Handel, weil ich noch mittendrin stehe
Regionalleiter im Zoofachhandel, freiberuflicher Dozent an Weiterbildungszentren, geprüfter Handelsfachwirt und Ausbilder nach AEVO. In dieser Reihenfolge entstanden – und genau deshalb hängt beides zusammen.
Angefangen hat es auf der Fläche
Über zehn Jahre Einzelhandel liegen hinter mir, und der Einstieg war unspektakulär: Ware, Kunden, Schichten. Was daraus wurde, ging dann schneller als geplant.
Mit 21 Jahren übernahm ich Personalverantwortung und die Leitung einer Abteilung in einer in Deutschland und Österreich vertretenen Gartencenter-Kette. Team, Schichtplanung, Umsatzziele – und Kolleginnen und Kollegen, die teilweise doppelt so alt waren wie ich. Diese Situation hat mich mehr gelehrt als jedes Seminar, das ich danach besucht habe. Vor allem hat sie mir gezeigt, wie wenig darauf vorbereitet wird.
Der Handelsfachwirt war der Wendepunkt
Berufsbegleitend habe ich das Praxisstudium zum geprüften Handelsfachwirt absolviert: abends nach der Arbeit, über ein Jahr lang, Wochenenden für die Prüfungsvorbereitung. Kein Spaziergang – aber rückblickend eine der besten Entscheidungen meiner Laufbahn.
Was ich dort gelernt habe, war weniger der Stoff als eine Denkweise: strukturierter argumentieren, Entscheidungen begründen, Führung nicht nur spüren, sondern verstehen. Es war der Türöffner vom Abteilungsleiter zum Marktleiter.
Parallel in die Selbstständigkeit
Neben meiner Führungsposition habe ich den Schritt in die freiberufliche Tätigkeit gewagt. Seitdem leite ich an Weiterbildungszentren Kurse für angehende Ausbilderinnen, Ausbilder und Fachwirtinnen und Fachwirte. Als externer Ausbildungsbegleiter fördere ich außerdem Auszubildende aus unterschiedlichen Branchen – schulisch und nach ihren individuellen Möglichkeiten.
Weil viele meiner Teilnehmenden selbst berufstätig sind, findet der Unterricht dann statt, wenn er stattfinden muss: abends, an Wochenenden, und als ortsunabhängiges Webinar auch an Sonn- und Feiertagen.
Und heute?
Heute verantworte ich als Regionalleiter im Zoofachhandel mehrere Filialen. Das ist keine Nebensache, sondern der Grund, warum mein Unterricht funktioniert: Ich rede nicht über den Handel, ich stecke drin. Wenn im Lehrgang das Thema Deckungsbeitrag drankommt, kann ich erzählen, an welcher Warengruppe ich letzte Woche genau deshalb etwas geändert habe.
Meine Teilnehmenden kommen überwiegend aus Handel, Handwerk und Dienstleistung. Es sind Menschen, die tagsüber arbeiten und abends lernen. Für sie zählt nicht, wie schön eine Folie aussieht, sondern ob sie am nächsten Tag etwas anders machen können.
Weil mir damals jemand gefehlt hat
Mit 21 stand ich vor einem Team, in dem Kolleginnen doppelt so alt waren wie ich. Personalverantwortung, Schichtplanung, Umsatzziele – und niemand, der mir erklärt hätte, wie das eigentlich geht. Ich habe es gelernt, indem ich Fehler gemacht habe.
Heute sitze ich auf der anderen Seite und versuche, den Leuten ein paar dieser Fehler zu ersparen. Nicht durch Theorie, sondern indem ich erzähle, was schiefgeht und warum.
Wertschätzung, Klarheit, Effizienz
Ich rede mit Teilnehmenden nicht von oben herab und ich halte niemanden länger als nötig im Raum. Wenn ein Thema in 90 Minuten sitzt, brauchen wir keine drei Stunden dafür.
Und ich sage ehrlich, wenn ich für eine Anfrage nicht der Richtige bin. Das kostet mich gelegentlich einen Auftrag und erspart allen Beteiligten einen schlechten Tag.
Passt das zu dem, was Sie suchen?
Dann lassen Sie uns telefonieren. Zwanzig Minuten reichen, um zu klären, ob wir zusammenarbeiten sollten.